Dies ist die Internetseite der
Abschlussklasse 1965 der Mittelschule
Freiburg (Elbe)

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Klar, dass wir uns an die Sturmflut erinnern, die uns in Kehdingen im Februar 1962 heimsuchte!

Die Nacht vom 16. zum 17. Februar 1962 steckte uns auch noch Wochen danach in den Knochen. Unsere Mittelschule in Freiburg war nicht direkt betroffen. Viele Elternhäuser unserer Schulfreundinnen und Schulfreunde waren aber sehr schwer getroffen. In der Schulchronik hat unser Rektor Rudolf Meyer alles genau dokumentiert.

Unser Schulfreund Erich Scholvin war am nächsten Morgen nach der Sturmflutnacht mutig: er schlug sich von Wechtern nach Freiburg durch. Andere Schulfreundinnen und Schulfreunde ebenso.

Erich's Erinnerungen an diesen bemerkenswerten "Nicht-Schultag":

«Auch am Samstagmorgen war es noch stürmisch, ich ging aber wie gewohnt zur Bushaltestelle bei Anna Werner in Wechtern , Gaststätte und Gemischtwarenverkauf.. Der Schülerbus fuhr auch nach Freiburg , aber nicht so viele Schüler wie gewohnt waren drin. Wir stiegen an der Freiburger Post aus.

Auf dem Fußweg zur neuen Mittelschule kamen wir im Bereich Schlachter Ebeling an einen "Fluss", den wir einigermaßen trockenen Fußes noch überqueren konnten. Es schwammen Kisten und Gegenstände darin. Grund war eine Überspülung vom Hafen her; Nähe Hafenhaus Klaus Mügge (Kaufmann) war das Wasser vom Hafen wohl einfach "oben drüber" gelaufen, konnte man gar nicht glauben.

In der Mittelschule geriet ich in eine kleine Schülergruppe, die von Lehrer Alfred Schöning versorgt wurde. Herr Schöning unterhielt sich mit uns über die Abläufe der Nacht, vieles war unklar, auf jeden Fall war Herr Schöning da aber ruhig (sonst war er ja immer sehr nervös), und sehr nett, das war mir aufgefallen und in Erinnerung geblieben.

Nach nicht allzu langer Zeit (15 Minuten?) entschied die Schule, die wenigen Schüler, die gekommen sind, müssen wieder nach Hause.

Dann standen wir also wieder bei der Post, aber es fuhr kein Bus Richtung Itzwörden. Da tauchte unsere Lehrerin Fräulein Maria Rincke auf, es stürmte noch und sie meinte, die Kinder müssen doch wieder nach Hause, es passierte aber nichts, wie auch? Da hat sich Fräulein Rincke mitten auf die Straße gestellt und so Autofahrer gen Itzwörden gestoppt und dafür gesorgt, dass wir mitgenommen wurden, unvorstellbar, klappte aber. Das ist nun bald 60 Jahre her. Wahnsinn…»

Udo Harrjus, damals in der 2. Klasse der Grundschule Freiburg (Elbe), erinnert sich bei diesem Bild: «Ich wohnte damals in der Allwördener Straße. Wir wunderten uns über den Krach auf der Straße. Es gab aber kein Sirenengeheul und auch die Kirchglocke läutete nicht. Wäre das Wasser bei uns über den Deich gelaufen, wären wir ohne Vorwarnung abgesoffen. Die Elternhäuser meiner Schulfreunde Rehling, Raap und von Borstel waren aber schwer beschädigt worden und auch die Spielsachen meiner Freunde waren futsch. Später erhielten sie aber jeder einen großen Karton mit Spielzeug als "Entschädigung"»

Zur Erinnerung an die Sturmflut 1962 wurde am 18. Juni 2019 in unserem Mittelschulort Freiburg (Elbe) das Sturmflutdenkmal beim Kornspeicher eingeweiht:
Sturmflutdenkmal Freiburg (Elbe)Diese vom Mulsumer Künstler Gerd Rehpenning† und dem Hesedorfer Kunstschmied Ralf Schiefelbahn geschaffene Denkmal erinnert uns und unsere Kinder und Enkelkinder an die Sturmfluten, die unsere Kehdinger Schulheimat heimsuchten. An die 1962iger Sturmflut erinnern wir uns ganz, ganz persönlich. Das Sturmflutdenkmal stellt einen stilisierten Deich dar, der einer mächtigen Flutwelle trotzt.

Durch Klick auf diese Zeile könnt ihn lesen, was über die Sturmflut in der Chronik unserer Mittelschule dokumentiert wurde...

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