Dies ist die Internetseite der Abschlussklasse 1965 der Mittelschule Freiburg (Elbe)

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Erinnert Ihr Euch noch?
 
 
 

 

Erinnert ihr euch noch an unsere Lehrerin Frieda Bohlmann?

Frieda Bohlmann war von Beruf Chefsekretärin. Sie stammte aus Berlin und übernahm im Dezember 1956 als nebenberufliche Lehrerin den Unterricht in Stenographie und Schreibmaschine. Pro Schulstunde erhielt sie damals eine Vergütung von 4 DM.

Fräulein Bohlmann war in den 1950er Jahren politisch engagiert. Sie bewarb sich auf der CDU-Wahlliste im Oktober 1956 um einen Sitz im Freiburger Gemeinderat.

Die Unterstützung der Familien, die aus Ostpreußen nach dem schrecklichen Weltkrieg nach Kehdingen kamen, war ein Teil ihrer "politischen Privatwelt".

Lehrerin Frieda Bohlmann beim Festumzug 800 Jahre Freiburg (Elbe)
Frieda Bohlmann, rechts im Bild, mit "ihrer" Ostpreussengruppe beim Jubiläumsumzug aller Freiburger Vereine 1955 zur 800-Jahrfeier Freiburgs:

Wie alle Lehrer und Lehrerinnen war sie auch "kulturell" in Freiburg und Nordkehdingen eine der wesentlichen Stützen. In der Schulchronik ist es dokumentiert:

17. Dezember 1961:
Schüler und Schülerinnen der Klasse 10 führen am Sonnabend und Sonntag in den fünf Nordkehdinger Kirchen das Krippenspiel von Elisabeth Ehlert unter Leitung von Frl. Frieda Bohlmann auf. Dazu singen ein Kinderchor unserer Schule und die vereinigten Kirchenchöre
... [...aus Oederquart, Krummendeich, Freiburg]

Für ihren Unterricht hatte sie Qualitäts anforderungen selbst entwickelt. Um eine gute Beurteilung ("Zensur") z.B. im Maschinenschreiben zu erhalten, waren pro Schreibseite maximal 6 Fehler erlaubt.

In unserer Abschlusszeitung 1964 bedankten wir uns bei unserer Steno- und Maschinenschreiben-Lehrerin mit diesen Zeilen:

Fräulein B o h l m a n n ------------------------ Fräulein Bohlmann tut sich oft die Hände reiben,
ob in Steno oder Maschinenschreiben.

Sie hatte keineswegs vor, uns zu verwöhnen: Man hört es bei uns oftmals stöhnen.

Die Arbeiten waren meistens schwer, wir finden keine Buchstaben mehr!

Doch daß niemand ein falsches Bild erhält: Fräulein Bohlmann ist eine Lehrerin, die uns sehr gut gefällt.

Sie war von Anfang an schon die Gutmütigkeit in Person. Sie hat, wir konnten es kaum fassen, uns manche Strafarbeit erlassen!

Fräulein Bohlmann plagte sich mit uns 3 Jahre lang, wir sagen ihr dafür unsern herzlichsten Dank!

In unserer Abschlusszeitung 1965 würdigten wir Fräulein Bohlmann so:

"Steno und Maschinenschreiben lassen wir jetzt gerne bleiben. Fräulein Bohlmann quälte sich mit uns allen fürchterlich".

Bald nach unserem Abschluss 1965 geriet unsere Mittelschule in unruhiges schulpolitisches Fahrwasser. "Kurzschuljahre", Lehrermangel und dauernde "Umstrukturierungen" führten zur Aufgabe von Schulunterricht in derartigen Praxisfächern wie Maschinenschreiben oder Steno. Mitte 1967 war damit dann gänzlich Schluss.

Frieda Bohlmann schied dann 1967 aus dem Dienst unserer Mittelschule Freiburg (Elbe) aus.

Für viele Kehdinger Schüler war es dennoch möglich, Schreibmaschine-schreiben zu erlernen; Fräulein Bohlmann brachte es ihnen in Privatstunden bei.

Sie verstarb 1975.

 

Mittelschule Freiburg (Elbe) Lehrerin Frieda Bohlmann